Über 30 Jahre Lebenshilfe in Zülpich-Bürvenich
Am 01.04.1925 stifteten der Brauereibesitzer Ferdinand Nagelschmidt und sein Sohn dem Kreis Düren den 5,68 ha großen Park mit den aufstehenden Gebäuden Villa Nagelschmidt, Hausmeisterhaus mit Remis, dem Felsenkeller (Eiskeller) und 80 Morgen Ackerland mit der Auflage, ein Heim für bedürftige Kinder des Kreises Düren zu errichten. Im Herbst 1929 wurde das Kinderheim fertiggestellt. 35 Kinder konnten ganzjährig aufgenommen und betreut werden.
In den letzten Kriegsjahren wurde das Kinderheim als Lazarett genutzt, jedoch nach Kriegsende wieder der Zweckbestimmung Kreiskinderheim zugeführt und bis 1970 von den Franziskanerinnen im Auftrag des Kreises Düren betrieben.
1971 verpachtete der Kreis Düren die gesamte Anlage (außer Ackerland) an den Landesverband der Lebenshilfe NRW e. V. als Schulungs- und Erholungsheim. Der Landesverband der Lebenshilfe übernahm die Aus- und Fortbildung für das Betreuungs- und Erziehungspersonal in Sonderschulen für geistig Behinderte, für Personal in Wohnstätten und für Gruppenleiter in Werkstätten für Behinderte.
1972 wurden zusätzlich zu den Schulungs- und Fortbildungsveranstaltungen Kindererholung und Mutter-Kind-Kuren durchgeführt. 1973 wurde die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Kurzzeitunterbringung vom Landschaftsverband Rheinland genehmigt, so daß ab diesem Zeitpunkt eine gesetzliche Grundlage zur Unterbringung und Betreuung nach § 28 JWG gemäß § 79 Abs. 2 JWG gegeben war. Eine Kostendeckung konnte durch diese Maßnahme nicht erreicht werden.1975 wurden die Fortbildungsveranstaltungen in die ASB nach Köln verlegt und 36 Plätze nach §§ 39, 40 BSHG genehmigt und auch kostendeckend abgerechnet.
Im Oktober 1975 wurde die gesamte Anlage mit den aufstehenden Gebäuden nebst Inneneinrichtungen durch den Landesverband der Lebenshilfe gekauft. Mit Hilfe der Aktion Sorgenkind konnte der Kaufpreis von DM 830.000 aufgebracht werden. Durch Beschluß der Mitgliederversammlung 1975, für Bürvenich einen anderen Träger zu suchen und zu finden, erfolgte am 19. März 1976 die Gründung der Lebenshilfe Heilpädagogisches Eingliederungszentrum Gemeinnützige GmbH. Diese übernahm dann alle Rechte und Pflichten aus dem Betrieb der Eingliederungsmaßnahmen, wobei die Landesgeschäftsstelle aus dem Betrieb ausgegliedert wurde.
1977 wurde durch Übertragungsvertrag vom 13. Juni 1977 das
1975 durch den Landesverband erworbene Anwesen mit Aufbauten und Inneneinrichtungen an die GmbH übertragen. Der Landesverband mit seiner Geschäftsstelle war bis 1982 Untermieter im Verwaltungsgebäude.
1977-1978: Neubau Wohnstätte, 40 Plätze, 3,3 Mio. DM
1979-1982: Um- und Erweiterungsbau „Kinderheim", jetzt Reha-Zentrum, von 36 auf 82 Plätze, 10,5 Mio. DM
1983: Umbau Hausmeisterhaus in Außenwohngruppe für 5 Personen mit Nebenräumen, 0,75 Mio. DM
1986: Anmietung und Umbau des Schwesternwohnheims am Krankenhaus in Schleiden in ein Heim für 48 Schwerstmehrfachbehinderte mit Therapieräumen, 1,7 Mio. DM
1987 Errichtung von Sport-, Spiel- und Freizeitanlagen, 2,4 Mio. DM auf dem Gelände in Zülpich-Bürvenich
1992-1994 Ankauf einer Hotelanlage und Umbau in ein Kinderheim für 15 schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder in Schmidtheim, 1,8 Mio. DM.
So wurden in den letzten 25 Jahren ca. 20 Mio. DM für Wohneinrichtungen und Therapiemaßnahmen zum Wohle geistig und mehrfach Behinderter aufgebracht, davon fast 10 Mio. DM von Stiftungen wie vor allem von der Aktion Sorgenkind, jetzt Aktion Mensch, der Stiftung für das Behinderte Kind und der Hilda-Heinemann-Stiftung.